PETER ALTENBERG

Altenberg, Peter (d. i. Richard Engländer). Schriftsteller (1859-1919).
Eigenhändiges Brief-Manuskript (ohne Anrede) mit Unterschrift. o.O. u.D. (ca. 1903/04).
4 Seiten. 8° (zweimal gefaltet; dort etw. eingerissen)






* Ein Schreiben voller Vorwürfe an den Adressaten sowie Klagen über die "schamlose Ungerechtigkeit des Daseins" - demgegenüber sei er, Altenberg, "zu gutherzig geschaffen für diese Welt von schamlosem Barbarentum und hinterlistigem Egoismus". Es ist vermutlich an Adolf Loos gerichtet, Altenberg beklagt "dein schäbiges Verhalten meinen Herausgebern und meiner Zeitschrift gegenüber". Loos hatte 1903/04 die Beilage "Das Andere" von Altenbergs Zeitschrift "Kunst. Halbmonatsschrift für Kunst und alles andere" gestaltet, sich dann aber getrennt, um ein eigenes Blatt herauszugeben, weshalb Altenberg ihm heftige Vorwürfe machte. Er bezeichnet sich in diesem Brief dennoch als einen "raffiniert Dich unterstützenden Freund" , "trotzdem Du Dich in den Sklaven-Sold des Herrn Professors Dr. Th. Beer, aus ökonomischen Gründen, begibst". Adolf Loos nahm 1904 den Auftrag des Neurologen Theodor Beer an, dessen Villa in der Schweiz umzubauen. - Altenberg beklagt weiter, der Adressat habe "die von mir geliebte Frau in deine robusten Barbaren-Arme bekommen" - bekanntlich rivalisierten Loos und Altenberg mehrfach um die Gunst derselben Frau, zuerst um die Schauspielschülerin Lina, geborene Obertimpfler, die 1902 Loos heiratete. "Ich aber habe Alles nur mit Noblesse erwidert!" - Geldsorgen fehlen auch nicht: "Auch bist Du mir noch 4 Gulden schuldig!"

<Artikelnr. 537> EUR 650,-